Was NEW STANDARD.S bewegt? Menschen mit Ideen, Haltung und Neugier. Deshalb zeigen wir die Gesichter und Geschichten hinter dem Studio.
Was ist deine Aufgabe bei NEW STANDARD.S und was hat dich motiviert, hier zu arbeiten?
Meine Aufgabe bei NEW STANDARD.S ist die strategische Weiterentwicklung des Studios selbst. Das bedeutet, dass ich maßgeblich dafür verantwortlich bin, ökologische Notwendigkeit, wirtschaftliche Realität und kreative Kraft in Einklang zu bringen: Was können wir erreichen? Für wen wollen wir das tun? Was hält unsere Organisation zusammen – und was macht sie einzigartig? Wie sieht unser Weg in die Zukunft aus? Diese Fragen bilden zusammen mit unserem Engagement in Netzwerken, Verbänden und strategischen Partnerschaften den Kern meiner Arbeit.
Ich habe NEW STANDARD.S gegründet, weil mir klar wurde, dass die gängige Nachhaltigkeitsarbeit oft am eigentlichen Ziel vorbeigeht: Sie konzentriert sich darauf, Schäden schrittweise zu reduzieren, anstatt Systeme zu verändern. Ich wollte einen Raum schaffen, in dem Kreislaufwirtschaft kein Modewort ist, sondern eine grundlegende strategische Prämisse. Ein Raum, in dem Marken nicht nur attraktiver werden – sondern wegweisend. Ein Raum, in dem es bei der Umsetzung nicht nur darum geht, Altes aufzupolieren, sondern Neues zu entwickeln. Genau das ist NEW STANDARD.S geworden – denn hier gibt es den Mut, Marktlogik, Designkultur und gesellschaftliche Erwartungen gleichzeitig neu zu überdenken.
Was müsste sich aus deiner Sicht dringend mal ändern?
Was sich dringend ändern muss, ist die Denkweise. Nachhaltigkeit wird von vielen immer noch als Nebensache, als Belastung oder als Pflichtübung betrachtet. Das blockiert echten Fortschritt. Unternehmen müssen verstehen, dass Wertschöpfung gerade neu definiert wird. Wie der italienische Philosoph Antonio Gramsci es formulierte: ‘Die alte Welt stirbt, und die neue Welt kämpft darum, geboren zu werden: Jetzt ist die Zeit der Monster.’ Wir alle müssen dazu beitragen, diese ‘neue Welt’ Wirklichkeit werden zu lassen.
Wir lassen ein riesiges Potenzial ungenutzt, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Ich sehe in der Kreislaufwirtschaft eine Chance: Beim Übergang vom linearen zum kreislauforientierten System haben wir die Möglichkeit, alte Muster – darunter auch Themen wie Eigentum und Macht – zu hinterfragen, damit das neue System mehr Menschen zugutekommt. So können wir Lösungen entwickeln, die Probleme tatsächlich lösen. Kreislaufdenken zwingt uns dazu, die Grundlagen neu zu überdenken – und das erfordert eine neue Erzählung, neue Anreize und neue Infrastruktur.
Was beschäftigt und inspiriert dich außerhalb von NEW STANDARD.S?
Außerhalb von NEW STANDARD.S beschäftige ich mich viel mit Themen wie Degrowth, Post-Konsumismus und Kreislaufkultur. Ich lese über den Klimakollaps, Designgeschichte, Systemdenken und wirtschaftliche Alternativen. Gleichzeitig inspiriert es mich, reale Orte zu beobachten: Reparaturwerkstätten, Stadtviertel, urbane Experimente – alles, was zeigt, wie Veränderung aussieht, wenn sie nicht nur geplant, sondern gelebt wird. Ich glaube, dass Unternehmen als kleine Ökosysteme viel daraus lernen können – zum Beispiel, dass Verantwortung nicht am Werktor endet. Dort fängt sie eigentlich erst an.